Umwelt
Fonderie Palmieri verfolgt einen strukturierten Ansatz für Umweltmanagement und Energieeffizienz, gestützt auf die zertifizierten Managementsysteme nach ISO 14001:2015 und ISO 50001:2018.
Im Mittelpunkt stehen die kontinuierliche Überwachung von Emissionen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Abfällen sowie die Reduzierung des Energieverbrauchs je produzierter Tonne. Fortschritte werden anhand konkreter Kennzahlen verfolgt und regelmäßig bewertet.
Umweltmanagement und gesetzliche Konformität
Unser Werk unterliegt den geltenden umweltrechtlichen Anforderungen für Gießereibetriebe mit einer Produktionskapazität von mehr als 20 Tonnen pro Tag und verfügt über die Integrierte Umweltgenehmigung (AIA) Nr. 2562, zuletzt aktualisiert durch das Dekret der Region Toskana Nr. 22538 vom 24.10.2025.
Im Rahmen der Genehmigung werden die vorgesehenen Umwelt- und Betriebsparameter regelmäßig überwacht und dokumentiert. Dazu gehören unter anderem Emissionsdaten, Eigenkontrollen und relevante Betriebsparameter. Die entsprechenden Berichte werden gemäß den behördlichen Vorgaben an die zuständigen Stellen übermittelt.
Über die gesetzlichen Anforderungen hinaus betreibt Fonderie Palmieri seit 2012 ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem, das heute den Anforderungen der ISO 14001:2015 entspricht.
Es unterstützt die systematische Weiterentwicklung unserer Umweltleistung mit folgenden Schwerpunkten:
- kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung,
- Vermeidung und Reduzierung von Auswirkungen auf Luft, Wasser und Boden,
- gezielte Investitionen in effizientere und umweltverträglichere Technologien.
Internationale Standards
(REACH, RoHS, SVHC, TSCA)
Fonderie Palmieri berücksichtigt die für unsere Produkte und Zielmärkte relevanten Anforderungen des europäischen und internationalen Chemikalienrechts.
Auf Anfrage stellen wir unseren Kunden entsprechende Konformitätserklärungen zur Verfügung. Diese werden regelmäßig an geänderte gesetzliche Anforderungen und aktualisierte Stofflisten angepasst.
REACH und SVHC
Unsere Produkte werden hinsichtlich der Anforderungen der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 und der jeweils aktuellen SVHC-Kandidatenliste bewertet. Relevante Informationspflichten und Stoffbeschränkungen werden entsprechend den geltenden Vorgaben eingehalten.
RoHS
Für Anwendungen, die in den Geltungsbereich der RoHS-Richtlinie 2011/65/EU< fallen, werden die entsprechenden Anforderungen an beschränkte Stoffe berücksichtigt.
TSCA
Für Lieferungen in die USA werden die für das jeweilige Produkt relevanten Anforderungen des Toxic Substances Control Act (TSCA) geprüft.
Emissionsübersicht
| Kürzel | Herkunft | Genehmigter Durchsatz Nm³/h |
Abscheide- anlagen |
Analysierter Parameter |
Grenzwert mg/Nm³* |
Durchschnittswerte 2017-2019 |
Durchschnittswerte 2020 – 2023 |
Durchschnittswert 2024 |
Durchschnittswert 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A2/S-MOD | Absaughauben Induktionsofen | 45000 | Zyklon + Schlauchfilter |
Staub | 10 | 1.8 | 1.12 | 0.3 | 0.9 |
| A3 – MOD | Kernformung | 26400 | Scrubber | Staub | 10 | 1.13 | 1.17 | 0.6 | 0.9 |
| A5/S – NEB | Formen und Ausleeren | 90000 | Schlauchfilter | Staub | 10 | 1.0 | 0.62 | 0.6 | 0.8 |
| A10/S – NEB | Sandaufbereitungsanlage | 50000 | Schlauchfilter | Staub | 10 | 0.9 | 0.95 | 0.3 | 0.2 |
| A18/S | Strahlen | 35000 | Schlauchfilter | Staub | 10 | 0.6 | 0.5 | 0.7 | 0.3 |
| A19/S | Entgraten | 36000 | Schlauchfilter | Staub | 10 | 0.82 | 0.47 | 0.3 | 0.5 |
Luftqualität und Emissionskontrolle

Die relevanten Emissionsquellen entlang des Produktionsprozesses – von den Induktionsöfen über Formanlage und Sandaufbereitung bis zu Strahlen und Entgraten – sind mit geeigneten Erfassungs- und Abscheidesystemen ausgestattet.
Je nach Prozess kommen unter anderem folgende Systeme zum Einsatz:
- hocheffiziente Schlauchfilter,
- Zyklonabscheider,
- Rauchgaswaschsysteme (Scrubber).
An den vorgesehenen Emissionsstellen werden die Staubemissionen kontinuierlich überwacht. Die erfassten Werte werden ausgewertet und mit den geltenden Grenzwerten abgeglichen.
Die Überwachung ermöglicht es, die Wirksamkeit der eingesetzten Filtersysteme fortlaufend zu kontrollieren und Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Kreislaufwirtschaft und Abfallmanagement

Als Zweitschmelz-Gießerei verarbeitet Fonderie Palmieri metallische Einsatzstoffe im Kreislauf und verfolgt auch bei den im Produktionsprozess entstehenden Abfällen einen konsequenten Verwertungsansatz.
Über 98 % der bei Fonderie Palmieri erzeugten Sonderabfälle werden einer Verwertung zugeführt. Die einzelnen Abfallströme werden entsprechend ihrer Einstufung getrennt erfasst, dokumentiert und über spezialisierte Entsorgungs- und Verwertungspartner weitergeführt.
Digitale Rückverfolgbarkeit
Die im Produktionsprozess anfallenden Abfälle werden nach den jeweils geltenden Abfallschlüsseln klassifiziert und seit 2018 über ein eigenes digitales Verwaltungssystem erfasst. Dadurch lassen sich Mengen, Abfallarten und Entsorgungswege nachvollziehbar dokumentieren.
Prozesseffizienz
Das Verhältnis zwischen erzeugter Abfallmenge und geschmolzener Gusseisenmenge wird jährlich ausgewertet. Die Kennzahl dient dazu, die Entwicklung der Prozesseffizienz zu verfolgen und mögliche Verbesserungspotenziale frühzeitig zu erkennen.

EcoVadis
Fonderie Palmieri wurde im Januar 2026 von EcoVadis mit der Silbermedaille ausgezeichnet und gehört damit zu den 15 % der am besten bewerteten Unternehmen.
Im branchenspezifischen Vergleich liegt Fonderie Palmieri zudem unter den Top 10 % des Gießereisektors.
EcoVadis bewertet Unternehmen in den Bereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. Die Bewertung dient uns als unabhängige Standortbestimmung und als Grundlage für die weitere Verbesserung unserer Nachhaltigkeitsleistung.
Sind Sie Kunde oder potenzieller Geschäftspartner und möchten unsere aktuelle EcoVadis-Scorecard einsehen?
Bewirtschaftung und Schutz der Wasserressourcen

Das im Produktionsprozess eingesetzte Wasser stammt aus einem eigenen Brunnen, der mit gültiger Entnahmegenehmigung betrieben wird. Verbrauch und Einsatz werden regelmäßig überwacht und im Rahmen des Umweltmanagements bewertet.
Technologische Entwicklung und Verbrauchsreduzierung
2015 – Einführung der Sandaufbereitung
Mit der Installation einer Anlage zur Rückgewinnung und Aufbereitung von Gießereisand wurde ein neuer Prozessschritt in die Produktion integriert. Die Einführung dieser Technologie führte zunächst zu einem erhöhten Wasserbedarf am Standort.
2021 – Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung
Zur Reduzierung des Wasserverbrauchs wurden an der Schmelzlinie sechs Zehnder-Filtereinheiten installiert und das zuvor eingesetzte Wassernebelsystem außer Betrieb genommen.
Durch diese technische Umstellung konnte der Wasserverbrauch gezielt gesenkt werden. Die Entwicklung wird über interne Umweltkennzahlen verfolgt und regelmäßig ausgewertet.
Energieeffizienz und ISO-50001-System

Die Mittelfrequenz-Induktionsöfen zählen zu den wesentlichen Energieverbrauchern am Standort. Bereits seit 2018 werden die relevanten Energieverbräuche systematisch erfasst und ausgewertet.
Im Zuge des Aufbaus des Energiemanagementsystems wurden Mess- und Überwachungssysteme für Strom, Gas und Druckluft installiert. Seit März 2022 ist das Energiemanagementsystem nach ISO 50001:2018 zertifiziert.
Ein internes Energieteam koordiniert die Umsetzung des Systems, bewertet die wesentlichen Verbräuche und definiert Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz.
Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen gehören unter anderem:
- der Einsatz von Frequenzumrichtern,
- Antriebssysteme mit Energierückgewinnung,
- die schrittweise Umstellung auf LED-Beleuchtung,
- die Optimierung der Produktionsplanung zur Reduzierung des spezifischen Energieverbrauchs.
Die Entwicklung des Energieverbrauchs wird regelmäßig anhand definierter Kennzahlen ausgewertet.
Carbon Footprint
Fonderie Palmieri erfasst und bewertet die mit der eigenen Geschäftstätigkeit verbundenen Treibhausgasemissionen systematisch.
Hierzu wird regelmäßig eine Carbon-Footprint-Analyse erstellt, in der die CO₂-Äquivalent-Emissionen entlang der relevanten Stufen der Wertschöpfungskette erfasst werden:
- Vorgelagerte Emissionen (Scope 3): insbesondere aus Beschaffung und Herstellung von Rohstoffen und Einsatzmaterialien.
- Direkte und energiebezogene Emissionen (Scope 1 und 2): aus den betrieblichen Prozessen sowie dem Energieverbrauch des Standorts.
- Nachgelagerte Emissionen (Scope 3): insbesondere aus Logistik, Transport und Distribution.
Die Auswertung wird regelmäßig aktualisiert, um Veränderungen bei Energieeinsatz, Produktionsstruktur und Lieferkette abzubilden.
Eine zusammenfassende Darstellung steht unseren Kunden zum Download zur Verfügung und kann sie bei der eigenen Berichterstattung entlang der Lieferkette unterstützen.














